Erdbeeren und mehr Beerenobst

Erdbeer Anbau | Obsthof Matthies

Mit dem Beerenobst starten wir ins neue Erntejahr. Die Erdbeere löst Anfang April den Startschuss aus und Ende September schließt die schwarze Johannisbeere, in der Beerenobstsaison, die Ernte.
Anders als bei den anderen Kulturen zieht sich die Ernte

Erdbeer HZelt

bei dem Beerenobst fast über ein halbes Jahr hin, während Stein- und Kernobst jeweils nur knapp 3 Monate geerntet werden. Die Anbauflächen für Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, schwarze

Erdbeeren im Alten Land

und rote Johannisbeeren nutzen wir oft um einen Kulturwechsel im Betrieb ausführen zu können. Da es sich hier nicht, wie beim Kern- und Steinobst, um Dauerkulturen (in der Regel 25 Jahre Standzeit) handelt, haben wir hier immer Flächen zur Verfügung um das Beerenobst als Zwischenkultur zu nutzen.

Seit Mitte der 90er Jahre bauen wir Erdbeeren auch im geschützten Anbau an.

Ein Teil unserer Erdbeeren wachsen in 1,60 m Höhe und man muss sie eigentlich mit der Leiter pflücken ! Warum machen wir das?
Der größte Feind der leckeren Erdbeere ist der Regen. Obwohl die Früchte am Boden im Stroh liegen, fangen sie bei zu hoher Feuchtigkeit an zu faulen. Vor 15 Jahren kamen wir auf die Idee, die Erdbeeren in den Boden zu pflanzen und einfach eine Folie darüber zu ziehen, um den Regen auszusperren. Das klappe perfekt.
Kein Regen = Keine Feuchtigkeit = Keine faulen Früchte

Doch wir hatten noch immer Ärger mit Käfern, Schnecken und anderem Getier.
Deshalb stellten wir Regenrinnen in 1,60 m Höhe auf und pflanzten die Erdbeeren in Säcke und legten diese auf die Regenrinnen. Jetzt hatten wir gewonnen. Keine Pilze und keine tierischen Feinde konnten den Erdbeeren etwas anhaben. Die Ernährung erfolgt mit Flüssigdünger als Zugabe bei der Bewässerung. Ganz gezielt nach Ertrag und dem Entwicklungsstand der Pflanzen. Der Dünger ist sofort pflanzenverfügbar, dadurch gibt es keine Auswaschung oder Bodenbelastung. Der Pflanzenschutz kann auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Aber es gibt noch weitere positive Effekte. Während der Winterruhe legt man die bepflanzten Säcke auf den Boden, damit die Pflanzen nicht austrocknen. Ende Februar werden die Säcke wieder auf die Regenrinnen gelegt.

Da es im Zelt wärmer ist als draußen, entwickeln sich die Pflanzen wesentlich schneller als auf dem freien Feld und wir können schon Erdbeeren ernten, wenn es eigentlich nur Erdbeeren aus südlichen Ländern gibt. Erdbeerpflanzen bilden im September, besonders viele Ableger. Diese Ableger werden abgeschnitten und bei minus 2 Grad eingefroren. Wenn im nächsten Jahr die Erdbeeren Ende Juni abgeerntet sind, werden die alten Pflanzen wieder aus dem Sack gezogen – Die Säcke werden umgedreht und man holt die tiefgefrorenen Ableger aus dem Gefrierhaus und pflanzt sie in die Säcke. (Die Pflanzsäcke werden für 2 Kulturen (= 4 Ernten) genutzt. Dann sind sie zu sehr durchwurzelt und müssen erneuert werden). Wenn die Erdbeerpflanzen aufgetaut sind, wundern diese sich natürlich warum es im „Februar“ schon so warm ist und fangen an zu wachsen und zu blühen. Deshalb können wir noch einmal vom August bis zum Frost frische Erdbeeren ernten!

Erdbeeren aus eigenem Anbau
Erdbeern kaufen im Hofladen
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