Kirschen und Steinobst

Kirschbaum

Das Steinobst ist unsere Sommerkultur.
Knapp 30 % unserer Anbaufläche wird vom Steinobst belegt. Hier beginnt ab Ende Juni die Ernte mit den Süß- und Sauerkirschen. Im Anbau sind die Kirschen die kompliziertesten und anspruchsvollsten Früchte. Das beginnt schon mit der Auswahl der Anbaufläche.

Selbstgemachte Kirschmarmelade

Die Kirschen bekommen immer den besten Boden des Betriebes. Wird ein neuer Kirschbaum gepflanzt, dann dauert es fast 10 Jahre bis mit der richtigen Ernte begonnen werden kann. Die ersten Jahre benötigt der Baum zum auswachsen. Aber auch wenn die Fruchtbarkeit (Ernte) einsetzt, macht es uns die Kirsche nicht gerade einfach.

Kirschblüte

Die erste Angstphase beginnt mit der Obstblüte. Da die Kirschen viel früher blühen als die Äpfel, sind sie wesentlich anfälliger gegen Nachtfrost. Außerdem kann man die zarten Kirschblüten nicht durch das Eineisen mit Wasser vor dem Frost schützen, da sonst die Blüten verkleben und sie nicht mehr von den Bienen bestäubt werden.

Die Blüte eines Kirschbaumes ist in der Regel sehr üppig und wunderschön.

Doch die Bienen haben nur eine sehr kurze Zeit (manchmal nur einen Tag), um die jeweiligen Sorten zu besuchen. Fällt diese Zeit mit einer ungünstigen Witterung (Kälte, Wind, Regen) zusammen, machen die Bienen Pause und die Befruchtung (und somit auch die Ernte) fällt aus. Hat die Bestäubung funktioniert, benötigt die Kirsche anschließend optimales Wetter zum Fruchtansatz, das bedeutet einen ausgewogenen Wechsel zwischen Wärme und Feuchtigkeit, ansonsten fallen die kleinen, grünen Kirschen wieder ab und der Baum ist leer. Klappt es auch mit der Witterung, dann wachsen herrliche Kirschen heran. Aber nicht nur wir Menschen lieben diese leckeren Früchte, auch der Star ist ein richtiger Genießer. Millionen dieser kleinen „Diebe“ nisten auf den vorgelagerten Elbinseln und verdunkeln den Himmel, wenn sie sich früh morgens auf den Flug ins Alte Land machen. Ein Starenschwarm erntet im Akkord. In weniger als 30 Minuten ist eine Kirschplantage „abgeerntet“.
Früher hat man versucht mit Knallapparaten und Klappermühlen die Vögel zu verscheuchen doch schnell merkten diese, das es nur knallt und es nicht wirklich gefährlich werden kann.

Heute schützen aufwendige Netze die Kirschanlagen.
Die Netze werden von Hand sehr mühselig über die Anlagen gezogen und sind sehr teuer. Obwohl die Netze eigentlich nur aus Löchern bestehen sind sie durch die großen Flächen sehr windanfällig und es kann schnell passieren, dass ein etwas stärkerer Sommerwind die Anlagen in „Windeseile“ wieder abdeckt und das teure Netz zerstört. Aber es gibt natürlich auch Jahre wo alles klappt: Kein Blütenfrost, fleißige Bienen, gutes Wachstums-Wetter, haltbare Netze. Die Kirschen sind knackig und oberlecker und wir könnten mit der Ernte beginnen. KÖNNTEN: Doch dann kommt ein Regenschauer und die Kirschen platzen und die Herrlichkeit ist wieder für ein Jahr vorbei.
Kirschen platzen nicht durch die Härte des Regens, sondern durch das Aufsaugen der Feuchtigkeit.
Setzt sich abends bei Windstille, nach einem kurzen Nieselregen, ein Regentropfen in die Stielgrube, dann saugt die Kirsche diesen über Nacht auf und dann platzt die reife Frucht am nächsten Morgen.

Von 10 Ernten verlieren wir so in der Regel 6 Ernten nur durch die Witterung. Wir versuchen natürlich alles, um trotzdem Kirschen anbauen zu können, obwohl das Risiko und die Kosten sehr hoch sind. Aber wir lieben unsere herrlichen Kirschen und freuen uns jedes Jahr, wenn es uns gelingt der Natur ein Schnäppchen zu schlagen. Dabei hilft uns die große Sortenvielfallt der Kirschen, bei der fast täglich eine neue Sorte heranreift. Über diesen Weg strecken wir die Blüte und auch die Ernte. Wird eine Sorte nicht bestäubt, dann hoffen wir, dass die Bienen am nächsten Tag fliegen können und die nächste Sorte befruchten. Gibt es Regen und die Kirschen platzen, hoffen wir auf Sonne am folgenden Tag und darauf, dass die Kirschen der nächsten Sorte noch nicht so reif sind und heil bleiben. Seit einigen Jahren versuchen wir auch die Kirschen durch Dächer vor dem Regen zu schützen. Das ist natürlich noch kostspieliger und der Wind hat hier noch mehr Angriffsfläche, aber die voll ausgereiften Kirschen einer „Dachanlage“ sind mit Abstand eine der leckersten Früchte, die man genießen kann.

Kirschen und Steinobst kaufen
Selbstgemachte Kirschmarmelade
Selbstgemachte Kirschtorte
Obsthof Matthies | Am Elbdeich 31 | 21635 Jork – Borstel | Telefon: 04162 9158-0 | Fax: 04162 9158-34 | info@obsthof.de